Altern ist keine Krankheit, sondern ein ständig fortschreitender, natürlicher Prozeß, dem jedes Lebewesen unterliegt. Jede Lebensphase hat seine Höhen und Tiefen und seine eigene gesundheitliche Problematik. Kinderkrankheiten sind nötig, um die Widerstandsfähigkeit für das spätere Leben aufzubauen. Sie bedeuten ein Training des Immunsystems. Mit zunehmendem Alter läßt die Regulations- und Regenerationsfähigkeit nach. Alterskrankheiten sind ein Produkt der im Leben erworbenen und durchgemachten Belastungen und der Versuch des Organismus, eingelagerte Giftstoffe auszuscheiden. Der Unbekümmertheit der Jugend folgt die Gelassenheit des Alters, und vielleicht auch die Weisheit des Alters. Leben ist eine ständige Entwicklung. Zur Lebensqualität im Alter gehören auch Vitalität, geistige und körperliche Beweglichkeit und Interesse an allem Neuen. Reisen beispielsweise ist in unserer Gesellschaft Ausdruck von Lebensfreude. Unsere entwicklungsfreudige Zeit verlangt größte Lernbereitschaft, Leistungsfähigkeit und Anpassung von allen, besonders vom älteren Menschen.

Charakteristisch für den älteren Menschen ist oft eine erhöhte Infektanfälligkeit, eine verminderte Regulationsfähigkeit gegen äußere Einflüsse und eine eingeschränkte Mobilität. Durch diese Faktoren wird die Lebensqualität und Vitalität beeinträchtigt.

Im Laufe des Lebens haben sich Giftstoffe im Körper des älteren Menschens angesammelt, aus denen Krankheiten entstehen. Wenn diese schädlichen Schlacken nicht ausgeschieden werden können, entstehen z.B. Einlagerungen in den Gelenken, die zu Rheuma und Gicht führen, oder Ablagerungen in den Blutgefäßen, aus denen sich Arteriosklerose, Bluthochdruck und Gedächtnisverlust entwickeln. Symptome wie Hautausschläge, Schwitzen, Blähungen, Durchfall oder das "offene Bein" sind ein Versuch des Organismus, schädliche Stoffwechselprodukte auszuscheiden.

Chronische Müdigkeit und häufige Erkältungen sind deutliche Anzeichen einer Immunschwäche. Altern bedeutet u.a., daß die Abwehrkraft gegen Krankheiten immer schwächer wird, denn mit zunehmendem Alter schrumpft unsere Thymusdrüse. Sie ist das Schulungszentrum unseres spezifischen Abwehsystems. Unsere Abwehrzellen lernen hier, Krankheitserreger zu erkennen und entsprechende Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Ein geschwächtes Immunsystem kann sich nicht mehr im erforderlichen Maße gegen Bakterien, Viren und Pilze durchsetzen. Wenn die Leistungskraft des Immunsystems nachläßt, entstehen chronische Infektionen, Krebs, Rheuma, Hautkrankheiten und Erschöpfungszustände. In diesem Fall ist es nötig, die Abwehr und die Kraft des Immunsystems wieder aufzubauen.

Altern bedeutet auch, daß unsere Regenerationsfähigkeit nachläßt. Unsere Körperzellen erneuern sich nicht mehr so schnell, wie das bei jüngeren Menschen der Fall ist. Alle Körperzellen, die Organe, Muskeln, Knochen und Gelenke erneuern sich ständig wieder. Alte Zellen werden abgebaut, neue Zellen entstehen, aber nicht im gleichen Maße und in gleicher Qualität. Durch Unterstützung der Zellregeneration läßt sich so das biologische Altern verlangsamen.

Unser Körper muß ständig auf innere und äußere Einflüsse reagieren. Wir sind unzähligen Veränderungen ausgesetzt, denen wir uns anpassen müssen, um zu überleben. Die körpereigene Regulationsfähigkeit entscheidet über Gesundheit oder Krankheit. Wenn diese Regulation nicht mehr funktioniert, entstehen Blockaden, die zur Starre und schließlich zum Tode führen. Optimale Regulationsfähigkeit bedeutet Gesundheit, keine Regulation bedeutet Krankheit.

Alle diese Faktoren - sie sind Voraussetzung für Lebensqualität und Vitalität - bekommen wir nicht selbstverständlich geschenkt, sondern wir müssen sie uns erarbeiten. Wir müssen alte Fehler in unserer Lebensführung wieder gut machen, unseren Körper entgiften und entsäuern, dem Verschleiß vorbeugen und ggf. unsere Lebensgewohnheiten ändern. Die Selbstheilungskräfte unseres Organismus müssen gefördert werden. Dazu ist oft nötig, daß vorhandene Blockaden gelöst und schädliche Stoffwechselschlacken ausgeleitet werden, und daß das Immunsystem gestärkt wird.

Durch entsprechende biologische Therapien läßt sich oftmals der Allgemeinzustand und die Lebensqualität eines alternden Menschens trotz bestehender Krankheiten enorm verbessern. So unterschiedlich, wie die Veranlagung und der Lebensweg des Einzelnen ist, muß auch ein entsprechender Behandlungsplan erstellt werden. Wenn wir uns Gesundheit, geistige und körperliche Beweglichkeit gönnen wollen, sollten wir auch etwas dafür tun. Bei allen Therapien, die die Lebensdauer verlängern, sollte immer auch die Erhaltung der Lebensqualität im Vordergrund stehen.
zurück