Zu viel Eiweiß im Blut - was macht der Körper damit?

Pro Kilogramm Körpergewicht benötigt ein Erwachsener 0,5 bis 0,7 g Eiweiß täglich, also ca. 40 g. Im Durchschnitt aber nimmt bei uns ein Erwachsener pro Tag 140 g Eiweiß mit der Nahrung auf. Das ergibt einen täglichen Eiweißüberschuß von 100 g! Was passiert mit diesem überschüssigen Eiweiß?

Wir benötigen Eiweiß in Form von Aminosäuren zum Aufbau unserer Körperzellen. Das Eiweiß, welches unser Körper nicht braucht, muß ausgeschieden oder von der Leber abgebaut werden. Das führt zur Überlastung der Leber, sie kann ihre Entgiftungsfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen, und es entsteht ein Toxinstau. Diese Toxine bestehen aus hochmolekularem Eiweiß, die als sog. freie Radikale Krebs auslösen können. Wenn unser Körper versucht, diese Toxine über die Haut auszuscheiden, entstehen Ekzeme, Pigmentstörungen, Hauttumore.

Das Eiweiß, das die Leber nicht verarbeiten kann, wird im Körper eingelagert. Die eingelagerten Eiweiße verlangsamen die Reaktionsfähigkeit des Blutes und behindern die Atmung unserer Blutzellen. Die Oberflächen der positiv geladenen Erythrozyten (rote Blutkörperchen) werden mit den negativ geladenen Eiweißmolekülen besetzet, so daß sie nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen und transportieren können. Die Erythrozyten verkleben miteinander, was man sehr gut im Dunkelfeld, einer speziellen Methode der Blutdiagnostik, aus "Geldrollen" erkennen kann. Das führt zu einer Sauerstoffunterversorgung im Organismus. Durchblutungsstörungen folgen. Die Verschlackung der Körpergewebe und Körperflüssigkeiten geginnt, und mit ihr entwickeln sich langsam und anfangs unbemerkt chronische Krankheiten.

Eiweiße werden in der Leber zu Aminosäuren, die dann zu Purinen umgebaut und als Harnsäure ausgeschieden werden. Unsere Ausscheidungsorgane sind leider einer Mehrbelastung dieser Harnsäuremengen -aus 100g Eiweißüberschuß täglich- nicht gewachsen. Aus der Harnsäure, die im Körper bleibt, werden Harnsäurekristalle. Auch diese kleinen, scharfkantigen Kristalle kann man gut im Dunkelfeld erkennen. Sie können einen akuten Gichtanfall auslösen, sind aber auch oft Ursache von Gelenk- und Muskelschmerzen.

Die aus Eiweiß entstandenen überflüssigen Aminosäuren sind negativ geladen und verbinden sich mit Mineralsstoffen mit positiver Ladung, besonders gern mit Calcium. So entstehen Kalkeinlagerungen in den Körpergeweben, bei gleichzeitigem Mineralstoffmangel in Knochen und Knorpeln. Das ist die Voraussetzung für Osteoporose, Hypertonie, Arteriosklerose, u.a.

Unser Körper ist in der Lage, aus Eiweiß Glucose zu bilden, was besonders in Hungerzeiten sehr nützlich ist. Bei einem Eiweißüberschuß entsteht so ein Glucose-Überschuß, d.h. eine Überzuckerung des Blutes. Das hat zur Folge, daß die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin produzieren muß, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Diese Mehrbelastung der Bauchspeicheldrüse kann einen Diabetes mellitus zur Folge haben.
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