Basis für einen gesunden Körper

Wer von uns kennt nicht das unangenehme Völlegefühl nach zu reichhaltiger Mahlzeit? Wenn der Gürtel zu eng wird und das Atmen immer schwerer fällt, wird es höchste Zeit, gegen die gestörte Nahrungsverwertung vorzugehen.

Unser Körper signalisiert uns damit eine überforderte Verdauung mit gefährlicher Giftgasbildung, die zur Rückvergiftung des Organismus führen und ernste Krankheiten verursachen kann. Ohne die Möglichkeit, die durch Gärung der Speisen entstandenen Gase als Blähungen auszuleiten, würden wir sicherlich platzen. Auch entspricht es keineswegs unserem Schönheitsideal, wenn der Taillenumfang größer als Brustkorb und Schultern wird, aber leider sind es nicht nur kosmetische Aspekte, die gegen Bläh-, Gas- und Kotbauch sprechen. Etwa jeder vierte Erwachsene in Deutschland leidet unter Darmstörungen, wie Verstopfung oder Durchfall. Dafür können die unterschiedlichsten Ursachen in Frage kommen, beispielsweise Zucker, zu viel Fleisch (Eiweiß), Bewegungsmangel, Stress, Naschen zwischendurch. Eine gestörte oder zerstörte Darmflora kann durch Arzneimittel, wie Antibiotika, Cortison, Hormonpräparate verursacht sein. Der Griff zum Abführmittel führt auf Dauer auch zur Veränderung der Darmschleimhaut, zum Abtöten der Darmbakterien und zur Erlahmung der Darmtätigkeit.

Der Verzehr von zu viel Fleisch, Wurst, Fisch und Eiern führt zu einer Vermehrung von Fäulnisbakterien und damit auch zur Bildung von Phenol (Karbol). Phenol tötet alles Leben ab, deshalb wird es zur Desinfektion eingesetzt. Industriezucker und Zuckerprodukte sind der ideale Nähboden für schädliche Darmpilze und bewirken eine krankhafte Vermehrung der Gärungsbakterien, die giftige Stoffe, wie Methan im Darm bilden. Methan ist ein explosieves Gas, das narkotisierend wirkt. Mittlerweile sind mehr als 50 Darmgifte bekannt, die durch Darmstörungen entstehen und zur Vergiftung des Organismus führen können.

Der Darm, das einflußreichste Organ im menschlichen Körper, ist mit ungefähr 80% Hauptbestandteil unseres Immunsystems. Seine 300 qm Oberfläche resorbieren die aufgenommene Nahrung. Billionen von Bakterien bilden unsere Darmflora. Sie schützen unseren Körper vor Giftstoffen und Krankheitserreger. Sie sorgen für ein funktionierendes Immunsystem, produzieren Aminosäuren und Vitamine und helfen bei der Aufnahme von Proteinen, Fetten, Vitaminen und Spurenelementen. Die mit der Nahrung aufgenommenen, unverwertbaren Stoffe werden von ihnen bearbeitet und dann schließlich ausgeschieden.

Gelingt es dem Darm nicht, restlos alle für ihn unverwertbaren Stoffe auszuscheiden, entstehen Ablagerungen im Darmbereich und giftige Fäulnisgase. Schicht für Schicht häufen sich Darmschlacken an. Es kommt zur Verkrustung ganzer Darmabschnitte. In den Ecken, Falten und Nischen des Darmes sammeln sich Kotreste, die immer mehr eindicken, verhärten und schließlich zu Kotsteinen werden können. Wenn die Belastung zu groß wird, leitet der Darm die Giftstoffe in das Körperinnere ab. Die Leber muß ihre Entgiftungsarbeit zunehmend erhöhen, bis sie total überlastet ist. Wenn die Leber mit den Giften nicht mehr fertig wird, gelangen diese ins Blut und in alle Körpergewebe und lagern sich in den Organen, Schleimhäuten, Gefäßen und in der Muskulatur ab. Durch Selbstvergiftung entstehen chronische Krankheiten. Der Grundstein für Allergien, Rheuma, chronische Hautekzeme, Migräne, Cholesterinerhöhung und viele andere ernste Erkrankungen ist gelegt. Deshalb können oft chronische Krankheiten, viele diagnostisch unerklärbare Symptome, nur durch eine konsequente Behandlung des Darmes beseitigt werden.

Was können Sie von sich aus tun, um einer Darmstörung vorzubeugen? Die erste wichtige Maßnahme ist die Vermeidung ungünstiger Lebens- und Eßgewohnheiten. Eine positive Beeinflussung kann durch gründliches Kauen erreicht werden. Essen Sie nur so lange, wie Sie Hunger haben. Essen Sie viele Vollkornerzeugnisse, frisches Obst und Gemüse und trinken Sie täglich 2 Liter Wasser oder Kräutertees. Achten Sie auf ausreichende Bewegung.

Bei einer schon geschädigten Darmflora reichen diese Maßnahmen alleine nicht aus. Dann empfiehlt sich zusätzlich eine gezielte "Symbioselenkung" unter Anleitung eines Therapeuten. Mit "Symbiose" ist das Zusammenleben des Menschen mit seinen Darmbakterien gemeint. Zur Sanierung des Darmes wird zusätzlich eine gründliche Darmreinigung durchgeführt. Anschließend wird die Darmschleimhaut mit Hilfe geeigneter naturheilkundlicher Medikamente entgiftet. Dadurch werden die krankmachenden Bakterien bekämpft und die Darmschleimhaut mit ihren physiologischen Bakterien wird wieder leistungsfähig und gesund. Erst dann ist es sinnvoll, die Darmflora durch Ansiedeln der natürlichen Darmbakterien wieder aufzubauen und ein natürliches Bakterienmilieu zu schaffen. Die Therapie sollte gezielt und individuell unterschiedlich auf den betroffenen Menschen abgestimmt sein. Da aggressive Maßnahmen den ohnehin schon geschwächten Darm noch zusätzlich schädigen können, sollten Naturheilmittel angewendet werden. Sie fördern die selbstregulierenden Kräfte des Organismus.

Immer mehr Experten sind der Ansicht, daß ungefähr 90% der sogenannten Wohlstandskrankheiten direkt oder indirekt durch eine schlechte Verdauung, eine gestörte Darmflora oder eine ungenügende Ausscheidung verursacht werden. Eine gestörte oder eine gut funktionierende Darmtätigkeit entscheidet über Gesundheit und Wohlbefinden. Mit der Gesundung des Darms kehren Wohlbefinden, gesundes Aussehen, Vitalität und Lebensfreude wieder zurück.
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