Ein "ganz normales" Blutbild

"Mit Ihrem Blut ist alles in Ordnung". Diesen Satz hat fast jeder von uns schon einmal von seinem Arzt zu hören bekommen. Oft fühlt sich der Betroffene nicht direkt krank, aber auch nicht ganz gesund. Sein Blut liegt in der Norm, die Blutkörperchen sind gezählt, gemessen und gewogen worden, das Blut wurde chemisch analysiert.

Hat man dabei auch berücksichtigt, wie sich die Blutkörperchen verhalten? Es ist schon wichtig, ob sie frei und beweglich oder miteinander verklumpt und träge sind. Die roten Blutkörperchen sind im Durchmesser doppelt so groß wie die feinen Haargefäße, die Kapillaren. Deshalb müssen sie sich verformen, um durch sie hindurch schlüpfen zu können. In den Kapillaren findet der Stoffaustausch zwischen Blut- und Gewebezellen statt, also die Hauptversorgung des Körpers. Voraussetzung für eine ausreichende Versorgung ist, daß die roten Blutkörperchen elastisch und frei sind, und nicht wie Geldrollen aneinander kleben, und deshalb vielleicht ihre Aufgaben nicht mehr so richtig erfüllen können. Das kann man u.a. bei der sog. Dunkelfeldmikroskopie sehen. Hier ermöglicht eine spezielle Beleuchtungstechnik, das Verhalten der Blutkörperchen direkt zu sehen und beurteilen zu können.

Bei den "normalen" Blutwerten sollte auch bei der Interpretation auf den Trend in eine bestimmte Richtung geachtet werden. Ist z.B. alles in der Norm, was auf der Skala zwischen 5,0 und 10,0 liegt, bedeutet das, daß ein Wert von 5,1 ebenso wie ein Wert von 9,9 als normal gilt. 4.9 wäre zu wenig und wird durch ein Minuszeichen gekennzeichnet. 10,1 würde ein Pluszeichen erhalten und Ihr Arzt würde Ihnen sagen, daß der Wert zu niedrig bzw. zu hoch sei, und daß etwas dagegen unternommen werden sollte. Er würde Ihnen eine entsprechende Therapie empfehlen.

Blut ist ein ganz besonderer Saft (Goethe). Nicht nur die aktuelle Stoffwechsellage, Abwehrkraft und Vitalität eines Menschen kann man daraus erkennen, sondern man kann auch ein Bild von seiner Persönlichkeit erhalten. Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist. Liegt auf einer dieser Ebenen eine Störung vor, so werden automatisch die anderen beiden Ebenen mit betroffen und auch gestört.

Hierzu einige Beispiele: Eisen bedeutet Stabilität. Ein Mensch mit Eisenmangel fühlt sich schwach, instabil. Er ist blaß, infektanfällig und hat wenig Durchsetzungsvermögen. Hat ein Mensch viel Eisen im Blut, so ist er vital und voller Ideen, die er auch verwirklicht. Cholesterin bedeutet Selbstschutz. Ein hoher HDL-Wert bedeutet einen guten Schutz, ein hoher LDL-Wert bedeutet einen schlechten Schutz. Ein Mensch mit einem niedrigen HDL-Wert hat wenig positive Einflüsse in seiner näheren Umgebung, er sollte seine Lebenssituation verändern. Wird dieser Mensch darauf angesprochen, weiß er bereits immer, daß er etwas ändern muß: Monozyten stehen für das Selbstwertgefühl. Eine niedrige Monozytenzahl bedeutet, daß der Mensch sich selbst nicht so wichtig ist. Viele Monozyten sprechen für ein gesundes Selbstwertgefühl, erhöhte Werte allerdings bedeuten Selbstüberschätzung. Man findet hier oft einsame, aber erfolgreiche Einzelkämpfer. Leberwerte zeigen die Fähigkeit der Problembewältigung und Verarbeitung. Gute Leberwerte bedeuten, daß Probleme aus Vergangenheit und Gegenwart gut verarbeitet werden. Schlechte Leberwerte zeigen eine mangelnde Anerkennung und daß der Mensch unzufrieden mit seiner Lebenssituation ist und sich oft auch übergangen fühlt. Der MCH-Wert gibt Auskunft über den Eisengehalt in einem roten Blutkörperchen. Ein erhöhter MCH bedeutet, daß die roten Blutkörperchen viel Eisen enthalten, sie sind deshalb schwer und fließen träge. Wenn der MCH niedrig ist, fließt das Blut zu schnell, alles ist zu schnell und hektisch. Die Wahrnehmung ist gestört. Diese Menschen bekommen kaum noch mit, was um sie herum passiert.

Eine gründliche Untersuchung des Blutes umfaßt die Ermittlung von ca. 50 verschiedenen Werten und ermöglicht oft die objektive Erkennung einer Krankheit. Das Erstellen und Analysieren eines klassischen Blutbildes, sowie die Beobachtung der Verhaltensweise einzelner Blutbestandteile in der Dunkelfeldmikroskopie sind zwei wichtige Diagnoseverfahren, die einander ergänzen. Sie geben Auskunft über die augenblickliche Stoffwechsellage und die Schwere einer Erkrankung. Sie bieten eine objektive Verlaufskontrolle des Genesungsprozesses im stofflichen und seelischen Bereich und sind Basis für eine effektive, biologische Therapie.
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